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Promovieren mit Köpfchen

Wenn du nach dem Master keinen direkten Berufseinstieg planst, sondern stattdessen weiterhin wissenschaftlich arbeiten möchtest, ist ein mindestens dreijähriges Promotionsstudium eine mögliche Alternative.

    Voraussetzungen

    Voraussetzungen für eine Promotion

    Der höchste akademische Grad ist bei uns der Doktor – normalerweise erreicht durch eine Promotion an einer Hochschule mit Promotionsrecht. Der Promotion voraus gehen die beiden Abschlüsse Bachelor und Master. In Fachgebieten wie beispielsweise den Naturwissenschaften wird eine Promotion vorausgesetzt, wenn du dich für eine Karriere in der Forschung interessierst.

    Voraussetzungen für ein Promotionsstudium

    © Rawpixel - Fotolia.com

     

    Bedingung für die Aufnahme eines Promotionsstudiums ist zumeist ein guter bis sehr guter Studienabschluss in der entsprechenden Fachrichtung im Hauptfach. Vereinzelt ist es auch möglich, ohne Masterabschluss zu promovieren. Hast du dich als Bachelorabsolventin oder -absolvent besonders qualifiziert, kannst du auch ohne Master mit einem zusätzlichen Eignungsfeststellungsverfahren direkt zur Promotion zugelassen werden. Dafür ist die der Universität angegliederte Promotionskommission zuständig.

    Thema & Betreuer

    Ein wichtiger Punkt, ist das Finden eines geeigneten Themas sowie der Doktormutter bzw. des Doktorvaters. Da viele Studierende für die Promotion jedoch an derselben Hochschule und häufig auch bei der selben Betreuerin bzw. dem selben Betreuer verbleiben, entsteht das Thema bereits aus der vorherigen Zusammenarbeit heraus. Bei der Themenwahl solltest du darauf achten, dass der Gegenstand nicht zu weit gesteckt ist, da der Zeitraum für deine Forschungsarbeit begrenzt ist. Außerdem, solltest du das Thema gründlich auf Schwachstellen überprüfen, bevor du mit der Arbeit beginnst.

    Nach dem passenden Betreuer kannst du dich auch außerhalb deiner Hochschule erkundigen. Dafür kannst du zum Beispiel andere Dozentinnen und Dozenten um eine Empfehlung bitten, in Vorlesungsverzeichnissen nach Fachpublikationen Ausschau halten oder auf Tagungen und Kongressen Kontakte knüpfen.

    Promotionsmodelle

    Das richtige Promotionsmodell

    Bei der Wahl der Doktormutter bzw. des Doktorvaters ist es wichtig, nicht nur auf das persönliche Interesse an einem Thema oder den Hochschulstandort zu achten, sondern auch darauf, wie an der entsprechenden Universität promoviert werden kann. Hier gilt es zu entscheiden, ob du das noch vorherrschende traditionelle Modell der Promotion vorziehst, oder das der strukturierten Promotion. Eine weitere Option ist die externe Promotion, bei der du relativ unabhängig von der Hochschule arbeitest. Einen Überblick über die Promotionsmöglichkeiten in Deutschland bietet beispielsweise der undefinedHochschulkompass.

    Das richtige Promotionsmodell finden

    © stillkost - Fotolia.com

     

    Traditionelle Promotion

    Bei der traditionellen Promotion gibt es weder einen festen Stundenplan noch einen festgelegten Abgabezeitpunkt oder Anwesenheitspflicht. Gern gesehen ist jedoch, ein Doktorandenkolloquium und die Lehrveranstaltungen der Doktormutter bzw. des Doktorvaters zu besuchen.

    In Abstimmung mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer, erbringst du die Dissertation als eigenständige Forschungsleistung. Als Betreuer kommen sowohl habilitierte Professoren oder Privatdozenten, als auch Juniorprofessoren ohne Habilitation in Frage.

    Diese sehr freie Art der Promotion hat Vor- und Nachteile. Als Doktorandin oder Doktorand kannst du einerseits deine Zeit frei einteilen und genießt ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Andererseits musst du aus genau diesen Gründen ausreichend Selbständigkeit und Eigenmotivation aufbringen, um die durchschnittliche drei bis fünf Jahre Dissertationszeit durchzustehen. Wichtig ist: Das Verhältnis zur Betreuerin bzw. zum Betreuer muss ausgezeichnet sein, um die Promotion erfolgreich abzuschließen.

    Externe Promotion

    Bei einer externen Promotion verfasst die Doktorandin oder der Doktorand die Dissertation weitestgehend auf sich selbst gestellt und reicht sie anschließend bei der Hochschule ein. Vorsicht: Nicht alle Promotionsordnungen lassen diese Art der Promotion zu!

    Finanzierung

    Erfolgreich promovieren & finanzieren

    Folgendes solltest du beachten, um erfolgreich zu promovieren:

    • Zuvor ausführlich über die verschiedenen Promotionsformen informieren und entscheiden, welche für dich persönlich am besten geeignet ist.
    • Thema, Doktormutter bzw. -vater, Hochschulort, Promotionsfom und Finanzierung sollten zusammen passen!
    • Zeitaufwand und Kosten für die Promotion berechnen. 

    Und wie finanziere ich mich?

    Anders als beispielsweise Aufbaustudiengänge oder ausländische Angebote ist das deutsche Promotionsstudium bis jetzt fast überall gebührenfrei. Zu bedenken ist jedoch, dass in der Phase des Verfassens der Doktorarbeit oftmals nicht oder nur wenig an anderer Stelle gearbeitet werden kann. Die Finanzen reichen dann nicht unbedingt aus, um über die Runden zu kommen.

    Als Promovierende/r kannst du dich darüber hinaus auch nicht wie andere Studierende mit einem festen, studentischen Beitragssatz krankenversichern lassen. Sofern es sich um mehr als einen Minijob handelt, kannst du dich entweder über deine Erwerbstätigkeit (in der Hochschule oder außerhalb) krankenversichern, oder musst einen ermäßigten Beitrag von rund 120 Euro zahlen. Letzteres gilt zum Beispiel dann, wenn du nebenbei selbstständig tätig bist, ein Stipendium hast oder von deinen Eltern finanziert wirst.

    Wie finanziere ich mein Promotionsstudium?

    © mostafa fawzy - Fotolia.com

     

    Stipendien & Begabtenförderung

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Promovierende über die undefined13 Begabtenförderungswerke. Beantragt werden können die Stipendien direkt bei den Begabtenförderungswerken, die dann in einem Auswahlverfahren über die Vergabe entscheiden.

    Kriterien sind überdurchschnittliche Studienleistungen, soziales Engagement und Empfehlungen der Professorin bzw. des Professors. Ganz allgemein können all diejenigen gefördert werden, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule zur Promotion oder zu einem forschungsorientierten Aufbaustudium zugelassen sind.

    Die Förderungswerke sind allerdings parteinah, so dass es inoffiziell gerne gesehen wird, wenn Bewerbende der jeweiligen Partei nahe stehen.

    Max Planck Research Schools

    Die Max Planck Research Schools sind interdisziplinäre Wissenschaftszentren, die aus der Zusammenarbeit zwischen den undefinedMax-Planck-Instituten und deutschen sowie teilweise ausländischen Universitäten und Forschungsinstitutionen hervorgegangen sind.

    Promotionsstudiengänge an diesen Zentren bieten sehr gute Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten für graduierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihr Hauptangebot ist für Naturwissenschaftler gedacht. Für eine enge Zusammenarbeit der Doktoranden untereinander über Fach- und Ländergrenzen hinweg sorgen eine klare wissenschaftliche Schwerpunktbildung sowie die Bearbeitung gemeinsamer Themen.

    geschrieben von Mira-Kristin Muth – aktualisiert ( 05/2014 )

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