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Karriere in der Konsumgüterbranche

In diesem Schwerpunktthema stellen wir dir die Konsumgüterbranche und ihre Karrieremöglichkeiten für Hochschulabsolventen vor. Wir verraten dir außerdem, wie der Berufseinstieg besonders gut gelingt und mit welchem Einstiegsgehalt du rechnen kannst. Dazu informieren wir dich über die Top-Arbeitgeber und ihre Anforderungen.

    Branchenüberblick

    Konsum – Von der Idee zum Produkt

    Die Arbeitsprozesse der Konsumgüterbranche erstrecken sich von der Idee über die Entwicklung eines hochwertigen Produkts bis hin zu Vertrieb und Marketing. Entsprechend sehen die Karrieremöglichkeiten aus.

    Egal ob Lebensmittel, Kosmetik, Elektronik oder Lifestyleprodukte – die wichtigen Unternehmen der Branche bieten vor allem Jobs in folgenden Bereichen:

    • Vertrieb
    • Marketing
    • Controlling
    • Logistik
    • Beschaffung/Technischer Einkauf
    • Personal/Human Resources
    • PR/Kommunikation
    • Forschung/Produktentwicklung und Produktion
    • Werbung/Brand Development
    • Recht/Patentwesen
    Karriere in der Konsumgüterbranche

    © mangostock - Fotolia.com

     

    Welche Studiengänge nun für die Konsumgüterbranche gesucht sind, hängt vom angestrebten Arbeitsbereich ab. Gerade für die Entwicklung von neuen Produkten sind verschiedene Naturwissenschaften wie Chemie, Biologie und Biotechnologie sowie technische Fachrichtungen wie Ingenieurwissenschaften und Verfahrenstechnik besonders gefragt. Wo die Schwerpunkte liegen sollten, hängt natürlich vor allem vom Unternehmen ab. So ist beispielsweise bei Lebensmittelherstellern wie Unilever ein Schwerpunkt auf Lebensmitteltechnologie gern gesehen, während bei Konzernen wie Apple auch Fachrichtungen wie Informatik hilfreich sind.

    Für alle Arbeitsbereiche, die mit Marketing, Controlling und Vertrieb zu tun haben, werden vor allem Wirtschaftswissenschaftler gesucht – gerade im Bereich Logistik auch gerne Wirtschaftsmathematiker. Recht und Patentwesen bieten Einstiegsmöglichkeiten für Juristen, während in Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Personalabteilung wie immer Quereinsteiger aus verschiedensten Richtungen unterkommen. Da bei Markenartikeln das Image des Unternehmens besonders wichtig ist, haben vor allem Designer gute Chancen. Vom Erscheinungsbild des Produkts und dem Stil der Werbekampagnen hängt schließlich viel ab.

    Berufseinstieg

    Sinnvolle Alternativen zum beruflichen Direkteinstieg

    Die Konsumgüterbranche bietet jungen Akademikern eine Vielzahl an Einstiegsmöglichkeiten, die häufig schon während des Studiums beginnen. Du solltest dir deshalb unbedingt rechtzeitig Gedanken darüber machen, in welchem Bereich du dich orientieren möchtest – der Direkteinstieg ist zwar möglich, aber doch eher selten, weil in der Branche vor allem Praxiserfahrung zählt.

    Berufseinstieg in der Konsumgüterbranche

    © Galina Barskaya - Fotolia.com

     

    Mindestens ein Praktikum während des Studiums solltest du deshalb auf jeden Fall einplanen, denn so gut wie jeder Top-Arbeitgeber erwartet relevante Erfahrungen in dem angestrebten Fachgebiet. Eine gute Möglichkeit zum Einstieg sind außerdem Trainee-Programme, die in der Konsumgüterbranche besonders weit verbreitet sind und nicht unbedingt nur an deutschen Firmenstandorten stattfinden müssen. Adidas bietet entsprechende Programme in China an, auch bei Nestlé ist in die 24-monatige Tätigkeit häufig ein Auslandsaufenthalt integriert. Da man im Zuge eines Trainee-Programms oft mehrere Stationen und damit mehrere Arbeitsbereiche durchläuft, bekommt man einen sehr umfassenden Einblick in die Arbeitsprozesse des Unternehmens.

    Wer bereits ein duales Studium bei einem Hersteller von Konsumgütern absolviert hat, sollte sich auf jeden Fall erkundigen, ob nach Abschluss die Chance besteht, übernommen zu werden – sofern das Unternehmen dazu nicht ohnehin schon ein Angebot gemacht hat.

    Abschlussarbeit als Einstiegschance

    Außerdem bieten einige der Top-Arbeitgeber, unter anderem Unilever, Beiersdorf und Nestlé die Betreuung von Abschlussarbeiten für Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler an. Wer seine Bachelor- oder Masterarbeit bei einem namhaften Unternehmen schreibt, bekommt nebenbei schon wertvolle Einblicke in die Arbeitsabläufe. Zudem kombiniert man damit praxisorientiertes und wissenschaftliches Arbeiten auf geschickte Weise. Schlägt man sich dabei gut und hat noch dazu etwas Glück, dann ist nach dem Abschluss auch schon die erste Arbeitsstelle garantiert.

    Abgesehen davon kann man bei Unternehmen wie IKEA während des Studiums Nebenjobs ausüben. Auch das kann bei der späteren Jobsuche einen Vorteil bringen. Für diejenigen, die den großen Aufstieg planen, gibt es außerdem die ideale Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen, wie beim undefinedProgramm von adidas – damit definieren sich die Führungskräfte von morgen.

    Top-Arbeitgeber

    Namhafte Marken als Top-Arbeitgeber

    Unsere Studie „trendence Graduate Barometer – Business Edition“ gibt Aufschluss darüber, bei welchen Unternehmen sich Hochschulabsolventen und abschlussnahe Studierende am ehesten bewerben würden. Unter den Befragten, die sich besonders für die Konsumgüter- und FMCG-Branche interessierten, haben sich folgende Favoriten ergeben.
    (Mehrfachnennungen möglich)

    Top-Arbeitgeber der Konsumgüter- und FMCG-Branche

    1.adidas  (27,8%)
    2.Nike Group (16,9%) 
    3.Unilever (15,8%)
    4.Apple (13,9%)
    5.Bosch Gruppe (12,2%)
    6.L'Oréal  (11,6%)
    7.Beiersdorf  (11,4%)
    7.Ferrero (11,4%)
    9.Procter & Gamble (10,1%)
    10.Nestlé (9,5%)
    11.Henkel (8,7%)
    12.HARIBO (7,4%)
    13.HUGO BOSS (7,1%)
    14.Coca-Cola (7,0%)
    14.MICROSOFT (7,0%)

    Die beliebtesten Unternehmen erstrecken sich von Sportkleidungs- und Lebensmittelherstellern über Kosmetikmarken bis hin zu Elektronik- und Softwareherstellern. Unter den Favoriten finden sich in erster Linie namhafte Marken von alltäglichen Gebrauchsartikeln. Daraus ist zu schließen, dass Hochschulabsolventen gerne an der Entwicklung eines Produkts beteiligt wären, das sie selbst gerne verwenden.

    Anforderungen

    Anforderungen: Praxiserfahrung zählt

    Egal ob Herstellung, Vertrieb oder Marketing – die Konsumgüterbranche ist ein sehr anwendungsbezogenes Gebiet. Deshalb sind relevante und qualifizierende Praxiserfahrungen im angestrebten Bereich unabdingbar für einen erfolgreichen Berufsstart. Top-Arbeitgeber wie Unilever betonen sogar, dass man gerne mal ein Praxissemester einlegen soll, selbst wenn sich das Studium dadurch verlängert. Gute Noten zählen zwar auch, sind aber meist eher nebensächlich. Außeruniversitäres Engagement wird immer gerne gesehen.

    Praxiserfahrung in der Konsumgüterbranche

    © Guido Vrola - Fotolia.com

     

    Mobilität und Auslandserfahrung

    Außerdem sind gerade in international agierenden Großunternehmen sehr gute Englischkenntnisse und die eine oder andere internationale Erfahrung wichtig. Gerade für den Kontakt mit ausländischen Partnern und Kunden bedarf es einer gewissen interkulturellen Sensibilität. Auch analytische und logische Fähigkeiten sowie Kommunikationsfähigkeit und kundenfokussiertes Arbeiten sind wichtig. Du solltest zudem unternehmerisches Denken besitzen und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört es, stressresistent, konfliktfähig und risikobereit zu sein. Vor allem in der Produktentwicklung, aber auch in der Werbung ist Kreativität gefragt. Dabei solltest du sowohl im Team arbeiten können als auch Führungsqualitäten besitzen, vor allem wenn du dich Richtung Marketing, Controlling oder Brand Development orientieren möchtest. Mobilität und Flexibilität ist gerade für internationale Unternehmen wichtig – die Bereitschaft, in einer anderen Stadt oder sogar im Ausland zu arbeiten, offenbart dir häufig ganz neue Karriereperspektiven.

    Identifikation mit dem Produkt

    Dass du im Arbeitsalltag stets motiviert bist, ist sowohl für dich als auch für die Arbeitsatmosphäre essenziell. Dazu gehört natürlich, dass du dich mit dem Produkt identifizierst, es selbst gerne verwendest. Wo deine Leidenschaften liegen sollten, hängt von dem Konsumgut ab, das deine Firma herstellt und repräsentiert. Wer bei IKEA arbeiten möchte, sollte die Werte Einfachheit und Kostenbewusstsein vertreten können und sich selbstverständlich für Inneneinrichtung interessieren. Für adidas dagegen ist Sportbegeisterung wichtig. Nur so kannst du dich in deinem Unternehmen gut ins Team einfügen und deine Aufgaben leistungsorientiert und gewissenhaft erledigen.

    Gehalt

    Gehalt: Funktion und Abschluss als wichtige Faktoren

    Im Rahmen der Studie „trendence Graduate Barometer – Business Edition“ gaben abschlussnahe Studierende und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mit besonderem Interesse für die Konsumgüterbranche an, welches Einstiegsgehalt sie erwarten. Mit 26,8 Prozent gaben die meisten ein Gehalt zwischen 35.000 und 40.000 Euro an. Die durchschnittliche Gehaltsvorstellung liegt mit rund 44.500 Euro deutlich über dieser Spanne. Die Männer rechnen sogar mit ca. 46.500 Euro, während die Frauen fast 4.300 Euro weniger erwarten als ihre männlichen Kommilitonen.

    Erwartetes JahresgehaltInsgesamtFrauenMänner
    20 bis 25 tausend Euro6,7%8,6%4,9%
    25 bis 30 tausend Euro1,0%0,6%1,4%
    30 bis 35 tausend Euro2,9%3,6%2,4%
    35 bis 40 tausend Euro26,8%33,2%20,8%
    40 bis 45 tausend Euro12,9%14,3%11,6%
    45 bis 50 tausend Euro23,9%22,3%25,3%
    50 bis 55 tausend Euro8,1%0,4%11,9%
    55 bis 60 tausend Euro2,8%1,4%4,1%
    60 bis 65 tausend Euro8,9%9,2%8,6%
    65 bis 70 tausend Euro0,9%0%1,7%
    70 tausend Euro oder mehr 5,1%2,8%7,3%
    Durchschnitt44.477 42.262 €46.529 €

    Bei dem erwarteten Jahresgehalt handelt es sich um das Bruttogehalt (bestehend aus dem Grundgehalt und Boni o.ä.).

    Quelle: trendence Graduate Barometer 2016 - Business Edition, Studierende mit Branchenpräferenz Konsumgüter

    Top-Arbeitgeber Unilever gibt in seinen Bewerberinformationen ein Einstiegsgehalt von 47.000 Euro an und übertrifft damit die Hoffnungen der Studierenden.

    Wie hoch die Bezahlung bei anderen Unternehmen ist, hängt in der Konsumgüterindustrie vor allem von der Funktion und vom akademischen Abschluss ab. Das beste Einstiegsgehalt erhalten Consultants sowie Einsteiger im Bereich Produktmanagement mit einem durchschnittlichen Einkommen von bis zu 50.500 Euro. Darauf folgen die Bereiche Finance/Controlling mit einem Brutto-Jahreseinkommen von etwa 47.500 Euro. Im Marketing beträgt die durchschnittliche Bezahlung um die 42.200 Euro. (Staufenbiel/Gehalt.de, 2016)

    Gehalt in der Konsumgüterbranche

    © Michael Nivelet - Fotolia.com

     

    Ein Master zahlt sich aus

    Zudem lohnt es sich, etwas mehr Zeit in akademische Bildung zu investieren, denn Bachelorabsolventen verdienen tatsächlich am wenigsten. Ein Master bringt laut Statistik bereits ein höheres Einkommen. Daher empfiehlt es sich, einen Master zu machen, der dem persönlichen Profil entspricht – damit ist das durchschnittliche Einstiegsgehalt am höchsten.

    Je größer der Betrieb, desto höher die Löhne. Das heißt aber nicht, dass du kleinere Firmen im Bewerbungsprozess vollkommen außer Acht lassen solltest. Dort ergeben sich nämlich manchmal bessere Aufstiegschancen und du bekommst tiefere Einblicke in die Abläufe des Unternehmens.

    Arbeitszeit

    Männer erwarten mehr Arbeitszeit

    Das trendence Institut befragt in der Studie "trendence Graduate Barometer - Business Edition" jährlich Wirtschaftsstudenten mit Interesse an der Konsumgüterbranche zu ihren Erwartungen an ihre Wochenarbeitszeit. 

    Erwartete wöchentliche ArbeitszeitInsgesamtFrauenMänner
    34 Wochenstunden und weniger3,4%4,3%2,5%
    35 bis 39 Wochenstunden9,0%9,8%8,3%
    40 bis 44 Wochenstunden56,6%61,7%51,7%
    45 bis 49 Wochenstunden15,9%18,2%13,7%
    50 bis 54 Wochenstunden10,1%3,8%16%
    55 Wochenstunden oder mehr5,0%2,2%7,7%
    Durchschnitt42,340,843,6

    Quelle: trendence Graduate Barometer 2016 - Business Edition, Studierende mit Branchenpräferenz Konsumgüter

    Durchschnittlich 42,3 Arbeitsstunden erwarten die Befragten pro Woche. Die Frauen erhoffen sich jedoch wöchentlich rund 3 Stunden weniger Arbeitszeit als ihre männlichen Kommilitonen. Während bei den Männern noch 23,7 Prozent davon ausgehen mehr als 50 Wochenstunden arbeiten zu müssen, sind es bei den Frauen nur 6 Prozent. Sowohl bei den Frauen (61,7 Prozent) als auch bei den Männern (51,7 Prozent) erwarten die meisten eine Arbeitszeit zwischen 40 und 44 Stunden pro Woche.

    Die Marke als Arbeitgeber

    Die Marke als Arbeitgeber

    Gerade bei den Top-Arbeitgebern der Konsumgüterbranche sind die Mitarbeiter stets von bekannten Marken umgeben. Es ist wichtig, dass sie eine gewisse Nähe zum Verbraucher haben, ja sogar selbst Verbraucher sind und sie erhalten damit die Chance, Trends aktiv mitzugestalten.

    Laut dem „Staufenbiel Karriereratgeber Handel & Marken“ ist die Konsumgüterindustrie bei weitem nicht so stark von Fachkräftemangel betroffen wie andere Branchen. Möglicherweise ist es das Gefühl, Teil eines Labels zu sein, das auf viele Hochschulabsolventen einen gewissen Reiz ausübt – die Lieblingsmarke wird zum Arbeitgeber.

    Bekannte Marken als Arbeitgeber

    © Ben Chams - Fotolia.com

     

    Cooles Image und gute Arbeitsbedingungen?

    Entsprechend ist es in der Konsumgüterbranche schwer festzustellen, welche Unternehmen nun tatsächlich gute Arbeitgeber sind. Namhafte Marken können die Bewerber auch schon mal blenden. Viele wählen wahrscheinlich intuitiv die Hersteller ihrer Lieblingsprodukte als Unternehmen, bei denen sie sich gerne bewerben möchten und entscheiden daher eher aus der Sicht eines Verbrauchers als des Arbeitnehmers.

    Absolventen sollten allerdings bei der Wahl des bevorzugten Arbeitgebers nicht unbedingt nur sein Produkt beachten, sondern auch die Möglichkeiten, die er seinen Mitarbeitern bietet. Denn auch das ist bei vielen Firmen eine ganze Menge, wie ein Blick auf ihre Online-Profile und Karriereseiten verrät. Mit umfangreichen Praktikumsangeboten, Traineeprogrammen und Aufstiegschancen haben sie damit sehr viel mehr im Angebot als ein beliebtes Konsumgut.

    Trotzdem ist es auch nicht ganz falsch, sich bei den persönlichen Lieblingsmarken zu bewerben. Denn wie es die Arbeitgeber bereits in ihren Anforderungen erwähnen: die Begeisterung am Produkt ist essenziell für eine erfolgreiche Karriere in der Konsumgüterindustrie.

    06/2016

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