nach oben
 

Ist Karriere planbar?

Kann Karriere heutzutage überhaupt noch generalstabsmäßig strategisch geplant werden? In Zeiten häufig wechselnder Arbeitsplätze, Projektarbeit, zeitweiligen Ausstieg aus dem Arbeitsleben aufgrund von Elternzeit oder Sabbaticals und Phasen von Arbeitslosigkeit, von denen auch Akademiker immer seltener verschont bleiben wächst zumindest die Bedeutung von gut vernetzten Kontakten und Förderern. Wir zeigen dir außerdem wie du dich gezielt auf Führungspositionen vorbereitest und so deine Karriere auf Trab bringen kannst.

    Strategie & Planung

    Beruf und Leben richtig planen

    Stell dir vor, deinen Wunschberuf in deinem Wunschunternehmen ausüben zu können ohne dich zu verstellen oder besser darstellen zu müssen als du bist.

    Mit der Life/Work Planning Methode (L/WP), die vom amerikanischen Autor Richard Nelson Bolles in seinem Buch "What Colour is your Parachute" (dt Titel: "Durchstarten zum Traumjob") entwickelt wurde, soll genau das gelingen. Anhand strukturierter Planung sollen deine Chancen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle erheblich verbessert werden. Im Vordergrund stehen nicht der Arbeitsmarkt oder die Beschäftigungsprognosen, sondern du als arbeitssuchende Person.

    Die Stellensuche wird so zum Element der Lebensplanung. Es geht nicht darum, sich bei möglichst vielen Unternehmen um möglichst viele Jobs zu bewerben und die Auswahl dann den Arbeitgebern zu überlassen. Ziel ist, selbst eine Entscheidung zu treffen. Haben Stellensuchende eine genaue Vorstellung davon, welches Unternehmen das richtige ist und was genau sie dort leisten können, haben sie bereits einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Bewerberinnen und Bewerbern. Die Strategie wird in mehreren Schritten entwickelt.

    Schritt 1: Wünsche und Fähigkeiten definieren

    Zu Beginn solltest du dir über deine eigenen Ziele, Wünsche und Fähigkeiten bewusst werden. Welche Leistungen erbringst du immer wieder gern?

    Die Gedanken sollten schriftlich festgehalten werden. Du kannst mit deiner Studienwahl als erstem Anhaltspunkt beginnen. Du solltest dich fragen: Habe ich mich aus Interesse für mein Fach entschieden? Was genau hat mich damals daran interessiert? Hat sich dieses Interesse im Laufe des Studiums verändert oder habe ich neue Vorlieben?

    Zudem solltest du dir klar machen, welche Prioritäten zu setzen sind. Möchtest du unbedingt in einer bestimmten Branche arbeiten oder ist es dir wichtiger, deine Region nicht zu verlassen? Wie wichtig ist dir die Höhe deines Einstiegsgehaltes im Vergleich zu der inhaltlichen Seite deiner Tätigkeit?

    Eine objektive Übersicht über die eigenen Fähigkeiten zu erstellen ist allerdings nicht ganz einfach. Es geht hierbei nicht um das im Studium erworbene Fachwissen, sondern besonders um die übertragbaren Kompetenzen, die „weichen Faktoren“, die sich in unterschiedlichen Berufen anwenden lassen. Personen beispielsweise, die gut und gerne organisieren, können prinzipiell sowohl als Manager als auch als Redakteur oder Gastronom erfolgreich werden.

    Schritt 2: Berufsziel anvisieren

    Wie lassen sich die persönlichen Interessen mit einem bestimmten Beruf in Verbindung bringen? Hier musst du dich fragen, welches Berufsziel du eigentlich anstrebst. Mit welcher Art von Daten, Menschen oder Gegenständen arbeitest du am liebsten und am besten? Welche Arbeitsbedingungen sind für dich ideal? Wichtig: beschränke dich nicht nur darauf, was du mit dem Abschluss in deinem Studienfach anfangen kannst! Denn verschiedene Hard Skills, die du vielleicht für deinen Traumjob benötigst, kannst du jederzeit durch eine entsprechende Weiterbildung ergänzen.

    Sobald du dein favorisiertes Tätigkeitsfeld umrissen hast, kannst du beginnen, geeignete Unternehmen oder Organisationen herauszusuchen, die einen Job, der ihren Vorstellungen entspricht, anbieten.

    Schritt 3: Sind deine Ziele durchführbar?

    Der aufwendigste und wohl schwierigste ist dieser Schritt. Er soll zum Vorschein bringen, ob die persönliche Vorstellung vom Beruf mit der Realität übereinstimmt. Hier ist es wichtig, durch eingehende Recherche und den Aufbau von Kontakten dem anvisierten Unternehmen näher zu kommen.

    Gesucht werden sollte der direkte Kontakt mit der Branche, beispielsweise durch Praktika oder eine Aushilfstätigkeit. Auch studentische Initiativen, Berufsverbände oder spezielle Stammtische helfen dir beim Knüpfen von Kontakten und Sammeln von Erfahrungen. Bei Messen und Recruitingveranstaltungen lassen sich erste persönliche Kontakte knüpfen.

    Im Online-Netzwerk Xing, das alle Berufsgruppen umfasst, kannst du dir außerdem ein großes Netzwerk aus Verwandten, Freundinnen und Freunden, Kommilitoninnen und Kommilitonen, Bekannten, Kolleginnen und Kollegen aufbauen.

    Somit ist der erste Schritt zum unentbehrlichen Networking getan. Ziel des Networking ist es, möglichst viele Verbindungen zu knüpfen, die dir in deiner beruflichen Laufbahn von Nutzen sein können. Wie genau sich einzelne Verbindungen dabei lohnen ist oft schwer vorauszusehen, denn viele Situationen erfordern zwar nur wenige Kontakte, jedoch immer genau die richtigen. Diese herzustellen bedarf eines großen persönlichen Engagements und ausreichend Zeit.

    Schritt 4: Netzwerk optimieren

    Schreibe alle Mitglieder von sozialen Gruppen, in denen du bist, auf. Sind ein Name oder Vorname unbekannt, setze an die jeweilige Stelle ein Fragezeichen. Zum Nachschlagen darf das eigene Adressbuch benutzt werden, nicht aber von anderen erstellte Listen. Je mehr Fragezeichen sich auf der Liste wieder finden, desto dringlicher ist es, deine Netzwerkstrategie zu verbessern. Denn auch wenn du viele Personen kennst: Networking betreibst du erst, wenn du weißt, welche Art von Unterstützung du von wem erhalten kannst.

    Mit der richtigen Networkingstrategie erhältst du Ratschläge und Unterstützung und sammelst Erfahrung im Umgang mit Menschen. Jetzt solltest du deinen Berufswunsch noch einmal hinterfragen und ihn gegebenenfalls mit der Realität abgleichen. Aus welchem Grund willst du tun was du tun willst? Bist du bereit, für den Beruf auch Nachteile in Kauf zu nehmen wie einen Ortswechsel oder ein niedrigeres Gehalt?

    Plane deine Berufsfindung auf diese Weise strategisch und verbessere damit deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. So eröffnet sich dir auch der verdeckte Stellenmarkt: Kontaktpersonen geben Bescheid, wenn eine passende Stelle frei wird, bevor sie überhaupt ausgeschrieben wird und sprechen vielleicht auch Empfehlungen aus.

    Headhunting & Personalvermittlung

    Headhunting & Personalberatung

    "Headhunter sind doch nur für die obersten Führungspositionen da." So ein gängiges Vorurteil, das sich hartnäckig über die Branche der Personalberater hält.

    Diese werden in der Tat auch als „Executive Search Berater“ bezeichnet, suchen in Wahrheit jedoch nicht etwa nur „executives“, also Spitzen-führungskräfte, sondern ebenso Spezialistinnen und Spezialisten ohne Führungsverantwortung. Aber was genau ist eigentlich ein Headhunter? - Headhunter rekrutieren Arbeitskräfte, um sie in Jobs zu vermitteln, und fungieren so als Bindeglied zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern.

    Bewerbung & Anforderungen

    Wenn du auf Arbeitssuche bist oder dich beruflich verändern möchtest, kann auch eine Initiativbewerbung an den Headhunter erfolgen. Bei Kienbaum gehen jährlich geschätzte 4.000 unaufgeforderte Bewerbungen von Arbeitnehmenden ein.

    Um für die großen Headhunting-Firmen interessant zu sein, musst du jedoch einige Kriterien erfüllen. Bewerberinnen und Bewerber sollten mindestens über zwei bis drei Jahre Berufserfahrung und eine gefragte berufliche Spezialisierung verfügen. Eine Führungsfunktion hilft zudem bei der Vermittlung einer Stelle, ist aber nicht zwingend erforderlich.

    Möchten du dich initiativ bei einem Headhunter bewerben, hast du die Wahl zwischen rund 1.800 Personalberatungen. Zu den kleineren zählen gut drei Viertel der Branche, diese werden oft nur von einer einzigen Person geleitet. Bevor du deine Bewerbung losschickst, solltest du abklären, welche Beraterin bzw. welcher Berater auf deine Branche spezialisiert ist, um eine Fehlbewerbung auszuschließen.

    Wissenswertes über Headhunting & Personalvermittlung

    © auremar - Fotolia.com

     

    Die richtige Beratung

    Aber wie findest du heraus, ob und wie seriös die einzelnen Personalberatungen sind? Erster Anhaltspunkt ist, ob sie im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) registriert ist. Durch die Registrierung verpflichten sich die Firmen zur Einhaltung gewisser Berufsgrundsätze wie beispielsweise die Weiterleitung Ihrer Unterlagen an nur ein Unternehmen oder die Auflage, dich regelmäßig über den Stand deiner Vermittlung zu informieren.

    Neben dem Berufsverband können kommerzielle Headhunter-Portale genutzt werden, um die passende Beratung ausfindig zu machen. Hier wird für die Vermittlung von Bewerberin bzw. Bewerber und Headhunter allerdings zwischen neun und achtzehn Euro monatlich verlangt. Die Portale überprüfen zudem, so Klaus Reiners vom BDU, nicht die Qualität der aufgeführten Personalberatungen. So ist bei der Suche nach dem idelaen Headhunter Vorsicht geboten. Generell sollte, so das Magazin „Karriere“, auf folgendes geachtet werden:

    • Wird zu einem ausführlichen Erstgespräch eingeladen?
    • Gibt die Personalberatung freiwillig ausführliche Details zu ihren Daten-schutzbestimmungen?
    • Wird nach deiner Zustimmung gefragt, bevor Unterlagen an Unternehmen weitergereicht werden?

    Wenn du den für dich geeigneten Headhunter gefunden hast, solltest du jedoch keine Rundumbetreuung von ihm erwarten. Nicht du als Jobsuchende oder -suchender sind Kundin bzw. Kunde der Personalberatung, sondern die Firmen, die für die Mitarbeitersuche zahlen. Bis ein passender Suchauftrag von einer Firma eingeht, vergehen jedoch manchmal sogar Jahre. Erst dann können Personalberatungen mit der weiteren Vermittlung fortfahren.

    Auch wenn letztendlich durch die Personalvermittlung keine Stelle vermittelt werden kann, so ist der Kontakt durchaus als nützliche Bereicherung zu sehen. Der Headhunter kann zu verschiedenen Themen befragt werden, beispielsweise wie viel Geld du von einem Arbeitgeber verlangen kannst und was darüber hinaus für die Bewerbungsphase unklar erscheint.

    Jobwechsel?

    Zeit für einen Jobwechsel?

    Für einen Jobwechsel kann es viele Gründe geben: Eine generelle Unzufriedenheit, die Chance für einen Aufstieg, eine Kündigung oder die Suche nach einer neuen Herausforderung. Unabhängig davon was der Grund für die berufliche Veränderung ist, solltest du jeden Schritt gut abwägen und nicht vorschnell handeln. Denn häufige Jobwechsel machen sich im Lebenslauf schlecht, mindestens drei Jahre solltest du schon in einem Unternehmen verbleiben. Fragt man Studierende nach der geplanten Dauer ihres Verbleibs im ersten Job, wie im trendence Graduate Barometer 2015, dann zeigt sich der Wunsch nach Beständigkeit. So rechnen Studenten der Studienrichtungen  IT und Engineering mit einem Durchschnitt von 6,7 und 7,3 Jahren. Business-Studierende kommen auf respektable 5,6 Jahre.

    Wichtig ist, sich zuerst über die aktuelle Situation klar zu werden.

    • Was stört mich und muss anders werden?
    • Was möchte ich beibehalten?
    • Wie sicher ist mein Arbeitsplatz?
    • Bin ich über- oder unterfordert?
    • Gibt es Weiterbildungs- oder Aufstiegschancen?
    • Wie ist das Arbeitsklima und welche Bedeutung hat es für mich?
    • Ist mein Gehalt meiner Leistung angemessen?
    Bin dann mal weg - Kündigung

    © DOC RABE Media - Fotolia.com

     

    Solltest du nach Beantwortung dieser Fragen noch immer zu einem Jobwechsel tendieren, suche das Vier-Augen-Gespräch mit deinem direkten Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen. Vielleicht besteht die Möglichkeit deine Sorgen und Probleme intern zu regeln, durch eine Fortbildung oder einen Abteilungswechsel. Schildere im Gespräch sachlich und begründet die Ursachen für deine Unzufriedenheit. Bei zu geringem Verdienst oder dem Wunsch nach Weiterbildung nenne deinem Chef gute Gründe, warum eine Investition in dich gerechtfertigt ist und welche Vorteile du dem Unternehmen bringst.

    Wenn du dich dazu entschließt das Unternehmen zu verlassen, gehe diskret mit deiner Entscheidung um und posaune es nicht heraus. Bei einer geplanten Kündigung Deinerseits musst du dich bei der Suche nach einem neuen Job nicht unter Druck setzen.

    Tipp: Nutze in Bewerbungsgesprächen den Wunsch nach einem Jobwechsel als Vorteil. Was hat dir bisher gefehlt und wie kann das neue Unternehmen von dir profitieren? Wäge gründlich ab, informiere dich umfassend und ziehe in Betracht, dich eventuell sogar privat für diese Stelle fortzubilden.

    Wenn der Plan in die Tat umgesetzt wird

    Achte bei der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages auf die Kündigungsfrist des noch bestehenden Arbeitsverhältnisses. Kündige erst, wenn du für eine andere Stelle eine feste Zusage hast. Die Kündigung sollte mehr sein als nur ein Brief an die Personalabteilung. In den meisten Fällen empfielt sich, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen. Diese Unterredung solltest du aber auf keinen Fall als Abrechnung nutzen. Bleibe stets höflich und versuche hervorzuheben, wie lehrreich Ihre Tätigkeit war.

    In den letzten Wochen im Unternehmen solltest du dir nichts zu Schulden kommen lassen und mit gleichem Eifer und Elan arbeiten wie zuvor. Pflege deine Kontakte und verinnerliche noch einmal was du im Unternehmen gelernt hast – natürlich nur im Rahmen deines Arbeitsvertrages. Kunden abwerben darfst du nicht. Nutze die Zeit auch, um dich schon auf deine neue Stelle vorzubereiten. Vielleicht werden dort andere Programme verwendet und du kannst dich schon vorab damit befassen oder dich in neue Materie einlesen.

    Check-Liste für den Jobwechsel

    ΟHast du dir die Entscheidung gut überlegt? Triff mit Sicherheit keine voreiligen Entscheidungen!
    ΟAnalysiere die Situation. Was stört mich, was ist die Ursache und (wie) ist es möglich diese Situation in einem anderen Beruf zu vermeiden?
    ΟWäge gründlich Vor- und Nachteile ab. Nutze dafür am besten eine Pro- und Contra-Liste.
    ΟKönnte eine Weiterbildung oder ein Wechsel in eine andere Abteilung das Problem vielleicht schon lösen?
    ΟFrage Freunde, Verwandte und Kollegen um Rat. Vielleicht zeigen sie dir andere Perspektiven auf.
    Ο

    Kündige erst, wenn du für eine andere Stelle eine feste Zusage hast.

    ΟKündige rechtzeitig und höflich. Möglicherweise kann dann der doch so ungeliebte Job als Referenz dienen.
    ΟBleibe auch nach der Kündigung engagiert und freundlich. Arbeite bei Bedarf deinen Nachfolger umfassend ein, damit das Unternehmen auch ohne dich weiterarbeiten kann.

    Das könnte dich interessieren

    So meisterst du den Berufseinstieg

    Neben dem direkten Berufseinstieg, gibt es noch andere Möglichkeiten ins Arbeitsleben zu starten. Alles dazu und wie du die ersten 100 Tage im neuen Job meisterst, lernst du hier ...

    Das Fernstudium mit seinen Vorteilen

    Ist ein Fernstudium vielleicht das Richtige für dich? Auf welche Herausforderungen du dich einstellen musst und alle Vor- und Nachteile sowie Finanzierungsmöglichkeiten ...

    Das Zweitstudium als Chance

    Wann ist ein Zweitstudium sinnvoll oder sogar notwendig, um deine eigene Karriere voranzutreiben? Wir informieren dich rund um dieses Thema ...

    Entscheidung zur Promotion

    Wenn du nach dem Master nicht direkt ins Berufsleben einsteigen möchtest, ist eine Promotion sinnvoll. Alles Wissenswerte zu den Voraussetzungen, den Modellen und der Finanzierung kannst du hier erfahren ... 

    Deutschlands Top-Arbeitgeber

    CLAAS

    Lerne den Top-Arbeitgeber des Monats kennen und erfahre welche Karrierechancen CLAAS dir bietet!