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Zehn häufige Fehler bei der Gehaltsverhandlung

1. Private Gründe

Mit privaten Gründen (z.B. anstehende größere Ausgaben, Schulden o.ä.) solltest du in einer Gehaltsverhandlung niemals argumentieren, denn sie gehören nicht in dein Berufsleben. Es besteht eine große Gefahr, dass solche Argumente kontraproduktiv wirken, da sie deinem Verhandlungspartner gegenüber Schwäche offenbaren und dich schnell unprofessionell erscheinen lassen.

2. Vergleich mit Kollegen

Du wirst an deinen eigenen Leistungen gemessen, deshalb hilft es nicht, wenn du das Gehalt von Kollegen zum Vergleich heranziehst. Ein solches Verhalten könnte als Herabwürdigung der Leistung der entsprechenden Kollegen empfunden werden - eine Taktik, die allgemein auf wenig Teamgeist schließen lässt. Zudem spielt hier deine subjektive Einschätzung eine zu große Rolle und bietet zu viel Angriffsfläche für die Argumente deiner Verhandlungspartnerin bzw. deines Verhandlungspartners.

3. Vergleiche mit anderen Unternehmen

Auch Vergleiche mit anderen Unternehmen sind unangemessen, da sie den Fokus von den eigenen Leistungen und den Blick vom eigenen Unternehmen wegrücken.

4. Im Ton vergreifen

Auch wenn du frustriert bist, darfst du deine Vorgesetzte bzw. deinen Vorgesetzten niemals verbal angreifen. Aus einer misslungenen Gehaltsverhandlung kann dann schnell eine persönliche Antipathie entstehen - oder im schlimmsten Fall kann das sogar ein Kündigungsgrund sein. Auch wenn das Gespräch nicht den gewünschten Verlauf nimmt, heißt es: ruhig bleiben. Auf emotionaler Ebene seinem Frust freien Lauf zu lassen ist immer eine schlechte Ausgangslage für zukünftige Gespräche.

5. Mit Kündigung drohen

Niemals solltest du bei Gehaltsverhandlungen mit einer Kündigung drohen es sei denn, du bist tatsächlich dazu bereit. Das bedeutet, dass du bereits viele andere attraktive Alternativen zu deiner momentanen Tätigkeit in Aussicht hast und finanziell ausreichend abgesichert bist. Wenn du allerdings eklatant unterbezahlt wirst und die Konkurrenz schon seit langem ruft, dann kann auch dieses allerletzte "Argument" verwendet werden. Andernfalls belastet die Drohung mit einer Kündigung lediglich das Verhältnis zum Vorgesetzten oder Geschäftsführer. 

    Gehaltsverhandlung - wie gehe ich mit einer negativen Antwort um?
    © pathdoc - Fotolia.com

6. Mangelnde Vorbereitung

Wer unvorbereitet in ein Gehaltsgespräch geht, hat schlechte Chancen seine Forderungen durchzusetzen. Es zählen die erbrachten Leistungen, abgeschlossene Projekte, Geschäftsentwicklungen und alle relevanten Kennzahlen, die den Erfolg des Mitarbeiters messen. 

7. Zur falschen Zeit mehr Gehalt fordern

Unangekündigt oder zu einem ungünstigen Moment (z.B. kurz vor der Mittagspause) das Gespräch zu suchen ist ungeschickt. Stattdessen sollten Jahresgespräche als Anlass für eine Gehaltsverhandlung gewählt werden oder ein entspannter Moment, in dem es auch dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht. 

8. Kein Selbstbewusstsein

Wer sich im Gespräch klein macht oder den Augenkontakt mit dem Gegenüber meidet, kann auch mit seinen Argumenten nicht überzeugen. Eine selbstbewusste und sichere Haltung zeugt dagegen von Stärke und klaren Vorstellungen. Aber Achtung: Wer es damit zu sehr übertreibt, driftet auch schnell ins Gegenteil ab.

9. Zu lässige Kleidung tragen

"Kleider machen Leute", wusste schon Gottfried Keller, und das sollte auch als Motto für die Gehaltsverhandlung mitgenommen werden. Kurze Hosen und T-Shirt sind für ein professionelles und bestimmtes Auftreten unangemessen. 

10. Zu viel Geld verlangen

Die Gehaltsforderung sollte begründet und vor allem nicht übertrieben sein. Forderungen zwischen 5 und 10 Prozent können als Maß genommen werden. Alles, was darüber hinaus geht, braucht gute Argumente. Es ist ratsam, sich lieber in kleinen Schritt seinem Wunschgehalt zu nähern als in ein großes Fettnäpfchen zu treten. 

10/2016

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