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Bewerber auf dem Prüfstand

Die Einladung zum Assessment-Center – geliebt und gehasst. Einerseits bedeutet sie, dass man zur engeren Auswahl der Bewerber gehört, andererseits muss man noch die Prüfungen des Assessment-Centers bestehen.

Was erwartet mich im Assessment-Center?

Das Assessment-Center ist ein personelles Auswahlverfahren. Hierzu wird eine Gruppe von Bewerbern eingeladen, um den Personalern die Entscheidung für den geeigneten Kandidaten zu erleichtern. Da sich das Assessment-Center häufig über einen ganzen Arbeitstag oder sogar mehrere erstreckt, ist es für den Arbeitgeber sehr kostenaufwändig. Dafür lohnt sich der Aufwand oftmals, da man so den Bewerber näher kennenlernt und vor allem in für den Job typischen Situationen zu sehen bekommt. Für den Bewerber aber ist ein Assessment-Center mit viel Stress verbunden, wird doch hier die Belastungsfähigkeit eingehend geprüft.

Dennoch gibt es Grund zum Aufatmen. Wer bis hierhin gekommen ist, an dem hat das Unternehmen eindeutig Interesse. Du bist ein potentieller Kandidat für die zu besetzende Stelle. Trotzdem gilt: Vorbereitung ist das A und O. Viele Bewerber wissen nicht genau, was sie bei einem Assessment-Center erwartet, bereiten sich daher nicht ausreichend vor und scheitern. Das muss nicht sein.

    Ablauf

    Ablauf eines Assessment-Centers

    Die Gruppe der Bewerber im Assessment-Center besteht meist aus ungefähr 8-12 Personen. Lass dich davon nicht einschüchtern, es kann sich hierbei auch um Bewerber für unterschiedliche Stellen handeln. Die Beobachter aus dem Unternehmen sind meist Mitarbeiter der Personalabteilung und Führungskräfte aus den Abteilungen, die offene Stellen ausgeschrieben haben. Manchmal gibt es auch noch einen Coach, der moderiert.

    Assessment-Center können ganz unterschiedlich aufgebaut sein. Meistens aber gehören ein Interview, Gruppendiskussionen, Rollenspiele, Präsentationen, Fragebögen, die Postkorbübung und ein abschließendes Gespräch dazu. Ziel ist es, hierbei zu sehen wie sich die Kandidaten in unterschiedlichen Extremsituationen verhalten und welcher Bewerber die nötigen Fertigkeiten und Eigenschaften für den Job mitbringt – bzw. welche Schwächen die Kandidaten haben und ob diese ein Ausschlusskriterium darstellen könnten.

    Tipp: Es ist auch erlaubt in der Personalabteilung vorab nachzufragen, auf welche Aufgaben man sich vorbereiten sollte. Es gibt sogar Unternehmen, die den Ablauf des Assessment-Centers zusammen mit der Einladung mitteilen.

    Das Assessment-Center soll dabei helfen, einen geeigneten Kandidaten zu finden.

    © VRD - Fotolia.com

     

    Kritik am Assessment-Center

    Trotz der weiten Verbreitung wird häufig Kritik an der Ausführung der Assessment-Center geübt. Es ist zum Beispiel nicht gegeben, dass sich die Personalverantwortlichen bzw. der Chef, falls anwesend, strikt an die vorgegebenen Kriterien für die Bewerberauswahl halten. Personalforscher bemängeln, dass es häufig doch zu einer „Bauchentscheidung“ kommt und so nicht der geeignete Kandidat genommen wird, sondern der charismatischste.

    Vorbereitung

    Fit fürs Assessment-Center

    An allererster Stelle steht eine gründliche Recherche zum Unternehmen. Der Bewerber sollte über alles rund um die Firma informiert sein. Das heißt nicht, dass man die Geschäftsberichte der letzten drei Jahre auswendig kennen muss. Trotzdem sollte ein ausgeprägtes Wissen über die Geschichte des Unternehmens, die wichtigen Persönlichkeiten, strategischen Ziele sowie die Marktposition vorhanden sein. Kenntnisse über das soziale Engagement der Firma sind durchaus von Vorteil. Diese Informationen kannst du ganz einfach auf der Firmenwebseite oder in Imagebroschüren nachlesen, die es zum Beispiel auf Recruiting-Messen gibt.

    Tipp: Behalte die Presseseite des Unternehmens im Auge. So bist du auch über aktuelle Ereignisse informiert.

    Es ist wenig sinnvoll, sich zur Vorbereitung bereits Antworten zurechtzulegen und diese dann auswendig zu lernen. Das wird deine Reaktionen stark einschränken bzw. kann sogar künstlich auf die Jury wirken. Überlege dir daher, was gefragt werden könnte und wie du darauf antworten würdest. Lasse Raum für Spontanität, denn nur so kannst du auf dein Gegenüber eingehen und wirkst authentischer.

    Auftreten

    Auftreten im Assessment-Center

    Auftreten im Assessment-Center

    © contrastwerkstatt - Fotolia.com

     

    Für das Auftreten während des Assessment-Centers gelten die gleichen Regeln wie für ein Bewerbungsgespräch. Die Kleidung sollte dem Unternehmen und der Position angemessen sein, wobei der Grundsatz gilt: Lieber etwas zu vornehm gekleidet sein, als nicht vornehm genug.

    Der gern wiederholte Rat "Bleiben Sie natürlich"gilt auch hier. Du solltest nicht vorgeben, jemand anderes zu sein. Zwar sollst du dein Verhalten der jeweiligen Situation anpassen, dabei aber immer authentisch bleiben.

    Aufregung ist völlig normal und wird von den Personalverantwortlichen eigentlich auch erwartet. Versuche dennoch nicht ängstlich zu sein, das schränkt dich unnötig ein. Gleichwohl, solltest du auch nicht versuchen deine Nervosität durch übertriebene Gelassenheit zu überspielen. Das wirkt gekünstelt und signalisiert Desinteresse.

    Aufgaben

    Herausforderungen im Assessment-Center

    Da das Unternehmen wissen will, wie geeignet der Bewerber für eine bestimmte Stelle ist, gibt es keine allgemein gültige Formel für den Aufbau eines Assessment-Centers. Jedes besteht aus unterschiedlichen Aufgaben – je nach Unternehmen und Anforderungen an den Bewerber. Die Postkorbübung und Selbstpräsentation sowie Gruppenübungen sind allerdings häufig Bestandteile des personellen Auswahlverfahrens.

    Tipp: Verfalle nicht in einen bestimmten Stereotypen. Nimm die Rolle an, die deinem Charakter entspricht – und bleibe dann dabei! Wenn du zu sprunghaft bist und oft zwischen Teamplayer und Führungsperson wechselst, überzeugst du niemanden.

    Postkorbübung

    Während dieser Übung erhält der Kandidat einen "Postkorb" voller Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Die Schwierigkeit liegt darin, dass der gegebene Zeitrahmen nicht ausreichend ist, um alle Aufgaben selbst zu erledigen. Der Kandidat muss deshalb entsprechend Prioritäten setzen und Aufgaben delegieren. Vorsicht und Diplomatie sind geboten, wenn auch private Verpflichtungen, wie zum Beispiel „Kind abholen“ in den vorgegebenen Arbeitsalltag einfließen.

    Prinzipiell gilt es bei der Postkorbübung zu zeigen, wie gut man einen Arbeitsablauf strukturieren und organisieren kann. Wichtig ist, weder Überblick noch Nerven zu verlieren, selbst wenn es mal etwas hektischer werden sollte.

    Tipp: Behalte die Kosten bei deiner Planung im Auge – so wirkst du unternehmerisch!

    Selbstpräsentation im Assessment-Center

    Wer bin ich? Eigentlich eine simple Frage – oder? Der Bewerber sollte sich bei dieser Aufgabenstellung innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Rahmens kurz selbst porträtieren. Erzähle aus deinem Lebenslauf, betone deine Stärken, aber verstecke auch deine Schwächen nicht. Denke daran, vor allem die Stärken an Hand von Beispielen zu belegen und vergiss keine Qualitäten oder Qualifikationen zu erwähnen, die für diesen Job relevant sind.

    Tipp: Wichtig ist auch, wie du die Präsentation aufbaust und durchführst. Die Struktur, eventuelle Hilfsmittel, aber auch deine Mimik und Gestik spielen eine Rolle.

    Eine Präsentation gehört oft zum AC

    © contrastwerkstatt - Fotolia.com

     

    Gruppenübungen – Profiliere dich

    Es gibt verschiedene Arten von Gruppenübungen. Rollenspiele und Diskussionen sind zum Beispiel zwei beliebte Möglichkeiten.  

    Während der Rollenspiele gilt es, eine bestimmte, für den Job typische Aufgabe erfolgreich durchzuführen. Zum Beispiel muss einem Mitarbeiter eine Kündigung ausgesprochen oder eine Konfliktsituation gelöst werden. Während der Gruppendiskussion machst du deine Rolle im Team deutlich. Übernimmt man die Leitung der Diskussion oder versucht man Harmonie zu stiften? Es ist egal, ob man eher der Teamplayer ist, der zu vermitteln versucht, oder die Führungspersönlichkeit, die ihre eigenen Argumente durchsetzen möchte – keine Rolle ist besser oder schlechter als die andere. Entscheidend ist, welcher Typ auf die zu besetzende Stelle und zu dir selbst passt.

    Tipp: Entscheidungsfreude demonstrierst du am besten, indem du klar argumentierst und Empfehlungen aussprichst. Gehe aber auch auf die Vorschläge anderer ein und schmettere keine Meinungen ab, auch wenn sie für dich abwegig klingen. Damit unterstreichst du deine Fairness und stellt deine Fähigkeiten als Teamplayer unter Beweis.

    11/2013

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