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IKEA

Die Ergebnisse des Graduate Barometers zeigen, dass Aufstiegschancen zu den wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Arbeitgebers zählen. Bitte beschreiben Sie, welche Entwicklungsmöglichkeiten Sie Ihren Mitarbeitern bieten.

IKEA als großes, international agierendes und wachsendes Unternehmen entwickelt die große Mehrzahl seiner Führungskräfte aus eigenen Reihen. Das ist Unternehmensstrategie und gelebte Realität. Die Entwicklung unserer Mitarbeiter/-innen begleiten wir individuell durch ein System von Seminaren zu Fach-, Management- und Führungsthemen, Mentoring/Coaching, Jobrotation und Einarbeitungs- und Erfahrungsmöglichkeiten in neuen Arbeitsfeldern - und einen persönlichen Entwicklungsplan, der den Weg zum nächsten Karriereschritt beschreibt.

Worauf legen Sie bei eingehenden Bewerbungsunterlagen von Absolventen besonderen Wert?

Aus den Bewerbungsunterlagen möchten wir herausfinden, weshalb du dich gerade bei uns beworben hast. Wichtig ist uns, dass du dich mit vielen unserer Werte identifizieren kannst und gleichzeitig eigene Standpunkte vertrittst. An einem Lebenslauf finden wir durchaus interessant, wenn er auch Brüche aufweist und erkennen lässt, dass der Bewerber/die Bewerberin schon ungewöhnliche Wechsel vorgenommen hat. Hier fragen wir gerne nach, weil uns das zeigt, dass du in der Lage bist, persönliche und manchmal vielleicht unbequeme Entscheidungen zu treffen. Außerdem sollte man im Handel gerne mit vielen Menschen Kontakt haben wollen. Wer sich bei unseren Kunden verstellen müsste, stünde ständig unter Stress. Wir legen keine festen Raster an unsere Bewerber an, sondern suchen Mitarbeiter/-innen mit Herz und Verstand.

Für viele Bachelor-Studierende ist es aufgrund der verkürzten Studiendauer schwierig, freiwillige Praktika zu absolvieren. Was ist für Sie entscheidender: gute Noten oder Praxiserfahrung?

Wir rekrutieren nach Persönlichkeit und nicht nach Noten. Deswegen sind für uns die persönlichen Werte und Einstellungen entscheidend, daneben Führungstalent und Wertschätzung für Menschen, Kosten- und Umweltbewusstsein, Umsetzungsstärke, Begeisterung für Heimeinrichtung, Mobilität. Der für Bewerber interessante Nebeneffekt unserer Einstellungskriterien ist der, dass sich bei uns Absolventen unterschiedlichster Fachrichtungen bewerben und wir viele Kollegen haben, deren Studienabschlüsse für ein Handelsunternehmen auf den ersten Blick ungewöhnlichsind, z. B. Sinologie, Jura, Sozialpädagogik, Romanistik, Mathematik, Architektur, Theologie oder Kunst.

Wie sieht der erste Arbeitstag eines neuen Mitarbeiters aus?

Am ersten Arbeitstag lernen unsere neuen Mitarbeiter/-innen zuallererst, was es heißt, bei einem schwedischen Unternehmen zu arbeiten. Wie es ist, wenn die Vorgesetzten im Großraumbüro in der Mitte sitzen und geduzt werden wie alle anderen auch. Dass uns eine schwedische Kaffeepauseso wichtig ist, dass wir sie immer einplanen. Was geheimnisvolle Abkürzungen wie EHC, HRM und LOGC bedeuten. Und dass fast jeder unserer Kollegen eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen hat.

Fallbeispiel: Ein neuer Mitarbeiter setzt sehr gut seine Aufgabenstellungen um, kann sich allerdings schwer ins Team einbringen und gibt ungern Aufgaben und Projekte ab. Wie gehen Sie damit um?

Neugier für Zusammenhänge und Engagement sind positiv. Erfolgreich sind wir aber nur gemeinsam, deswegen ist "Togetherness" auch ein zentraler Wert von uns. Sich interdisziplinär auszutauschen und verschiedene Blickwinkel einzunehmen sind elementare Bestandteile unserer Prozesse. Einzelkämpfer haben es da schwer.

Jeder Bewerber hat seine Stärken und Schwächen - jedes Unternehmen auch. Wie geht Ihr Unternehmen mit seinen Schwächen um?

Vermeintliche Schwächen können aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet Stärken sein. Umgekehrt Stärken zu Schwächen werden. Es kommt doch immer auf den Standpunkt des Betrachters an. Zu unseren Grundeinstellungen gehört, aufmerksam und kritisch unsere Entwicklung zu reflektieren, dabei unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen und auf beobachtete Schwachpunkte einzugehen. Wir können sehr schnell neue Wege einschlagen, wenn wir sehen, dass wir mit einer Idee nicht erfolgreich sind. Und dann können Schwächen zu Stärken werden.

Wie unterstützt Ihr Unternehmen seine Mitarbeiter dabei, die oft konkurrierenden Ansprüche an Beruf und Privatleben miteinander inEinklang zu bringen?

Unsere Überzeugung ist Gegenseitigkeit. Eine kooperative und faire Grundeinstellung des Unternehmens erzeugt auch bei unseren Mitarbeitern/- innengroße Flexibilität und Offenheit, Lösungen für alle Lebenssituationen zu entwickeln. Zum Beispiel fördern wir individuelle Teilzeit-Modelle für Führungskräfte und unterstützen an mehreren Standorten Kindertagesstätten. Unser Anspruch ist, berufliche "Heimat" für Menschen zu sein und zu bleiben, in verschiedenen Lebensphasen, auch wenn deren Lebenssituationen sich über Jahre hinweg immer wieder verändern. Das verlangt Engagement und Kompromissbereitschaft von beiden Seiten - und bringt beiden eine Menge Möglichkeiten, Freiheit und Energie für den gesamten Alltag.

Was sollten Bewerber sonst noch über Sie wissen?

Die wenigsten Arbeitgeber kann man vor Jobantritt besuchen. Schaut euch in unseren Einrichtungshäusern um, wie wir arbeiten.

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