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Bleiben Sie sich selber treu!
von Stefanie Rosenberger

Die ersten Gedanken, die mir beim Lesen des Buches „Mädchen für alles – Wie Sie die typischen weiblichen Jobfallen vermeiden“ von Annette C. Anton in den Sinn gekommen sind waren: „Oh nein, wie deprimierend! Ich bin meinen Weg mit meinem Linguistikstudium total falsch gegangen und bin in die Mädchenfalle getappt.“ Das ging dann über in leichte Empörung, da die Autorin uns Frauen als kleine naive Mädchen hinstellt bzw. so kommt es in manchen Passagen des Buches rüber. Welche erwachsene Frau fängt denn vor versammelter Belegschaft an zu weinen bzw. fragt nach einem Tampon während eines Meetings? Wenn Sie also wie ich Ihr Studium gerade beendet bzw. Ihren Karriereweg schon gewählt haben und auf der Suche nach einem passenden Job sind, dann ist dieses Buch sehr entmutigend.
Demnach ist es ratsam, dass Sie das Buch lesen, bevor Sie sich für einen bestimmten Karriereweg entscheiden. Denn Frauen neigen immer wieder dazu einen Studiengang oder Beruf zu wählen, der typisch weiblich ist (z.B. Geisteswissenschaften, Literaturwissenschaften, Krankenschwester, Hotelfachfrau usw.). Das zeigen auch die Zahlen des „trendence Absolventenbarometers 2009“. Vom 8.631 des befragten akademischen Nachwuchses im Ingenieurwesen, studieren nur 17,2 Prozent der Frauen dieses Fach und in der Fahrzeugtechnik liegt der Frauenanteil sogar nur bei 9,9 Prozent. Dabei sind das die Branchen die unter Fachkräftemangel leiden und ständig gute Stellen zu vergeben haben.
Frauen sollten tougher werden und sich viel mehr zutrauen. Jedoch sollten Sie sich nicht, wie von der Autorin empfohlen, zu sehr an den Männern orientieren (Abschnitte: z.B. „Männer haben keinen Körper“, „Männer habe keine Emotionen“) und sich selbst treu
bleiben.
Während des Lesens habe ich mich auch öfter gefragt: „Ist das jetzt nicht etwas an den Haaren herbei gezogen, wenn die Autorin davon spricht, dass Frauen schlechter mit Konkurrenz umgehen können, da die Ursachen meist in der Kindheit/Teenagerzeit liegen?“ Ganz nach dem Motto: „Dann bin ich eben nicht mehr Deine Freundin“. Oder, stimmt es wirklich, dass Frauen andere Frauen eher fallen lassen und Männer im Beruf mehr zusammenhalten?
An einigen Stellen im Buch kommt es teilweise immer wieder zu Déjà-vu Erlebnissen, da sich einige Abschnitte ähneln (z.B. „Kein Mut zu klaren Worten“ ähnelt dem Abschnitt „Das mach ich dann mal lieber selbst, „Die Vorbilder fehlen“ ähnelt „Die Rollenvorbilder fehlen“).
Das Ende des Buches lässt dann hoffen, dass jetzt doch mal etwas Positives über Frauen gesagt wird (z.B. Kommunikationsstärke, Flexibilität usw.), jedoch werden wir schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn die Autorin stellt fest, dass Frauen doch aufhören sollen „das nette Mädchen zu sein“ und „die rosarote Barbiewelt“ verlassen.
Die Autorin meint es sicherlich nicht böse, wenn sie so über uns Frauen redet, sondern Sie will nur wach rütteln. An manchen Stellen im Buch musste ich jedoch mehrmals mit dem Kopf schütteln und fragte mich nur: „Welche normale Frau würde das so machen?“
Zum Schluss möchte ich nach der ganzen Kritik auch die positiven Seiten der Lektüre aufzählen. Hilfreich sind zum einen die DOs und DON’Ts am Ende jedes Kapitels und die Anekdoten aus der beruflichen Laufbahn der Autorin und ihrer Freundinnen, denn auch sie hatten einen steinigen Weg zu bestreiten bis sie da angekommen sind, wo sie ihrer Meinung nach auch hingehören.
Alles in allem ist es ein Buch, das Mut machen soll. Jedoch sollte man manche Anmerkungen der Autorin nicht so ernst nehmen und nicht vergessen, dass man auch eine eigene starke Persönlichkeit besitzt.
Eine erste Leseprobe und einen Einblick in das Inhaltsverzeichnis, erhalten Sie hier.
Bibliographische Angaben
Annette C. Anton
Mädchen für alles – Wie Sie das typisch weiblichen Jobfallen vermeiden
1. Auflage 2009
207 Seiten, 17,90 Euro
ISBN 978-3-593-38849-6
Campus Verlag
Das Buch kann unter der ISBN 978-3-940345-035 im Buchhandel, beim Verlag oder bei amazon.de bestellt werden.
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