trendence Logo

Home » Schwerpunktthemen » IT-Branche » Frauen in der IT-Branche

Frauen an die Computer!

 

von Katharina Schumpich

Schwerpunktthema IT-Branche © Charly - fotolia.com
© Charly - fotolia.com

Die Situation

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Frauen in der IT-Branche sind Mangelware. Gerade einmal 15 Prozent der IT-Studierenden sind laut sueddeutsche.de weiblich. In der Umfrage für die IT Edition des "trendence Graduate Barometer 2011 - IT-Edition" beteiligten sich gerade mal zu rund 18 Prozent Frauen - wobei seit 2009 ein leichter Anstieg zu vermerken ist.

Studienteilnehmer trendence Graduate Barometer 2011 IT-Edition

Obwohl sich hartnäckig das Gerücht hält, dass Frauen die besseren Noten bei Abschlüssen erzielen, machen doch nur vergleichsweise wenige von ihnen Karriere. Im Managementbereich der IT-Branche ist die Zahl nahezu verschwindend gering. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum liegt die Zahl noch unter 6 Prozent.

Aber woran liegt das?

Klischee vs. Realität

Liegt es am guten alten Klischee des Technik-versierten Mannes und der sozial kompetenten Frau?
Selbst wenn es so wäre, bietet die IT-Branche auch dort viele Möglichkeiten für Frauen ihre Stärken einzusetzen Teamarbeit, Diplomatie im Umgang mit Kunden, Fingerspitzengefühl; um nur einige zu nennen. Eine Eignung von Frauen für IT-Berufe lässt sich jedoch nicht nur auf ihre "weiblichen Stärken" zurückführen, denn laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) nutzen Frauen heutzutage das Internet fast genauso intensiv wie Männer. Demnach surfen 71 Prozent der Frauen regelmäßig im Internet und 73 Prozent der Männer.

Oder liegt es etwa an dem mittlerweile veralteten Bild des Computer-Nerds, der den ganzen Tag im dunklen Kämmerlein verbringt? Auch hier ist inzwischen bekannt, dass Berufe in der IT-Branche sich keineswegs nur in abgedunkelten Räumen ausführen lassen. Vielmehr müssen die Mitarbeiter oft bei Kunden vor Ort arbeiten oder sogar in andere Städte und Länder reisen, um an Meetings teilnehmen.

Beruf oder Privatleben

Also liegt es vielleicht an den Frauen selbst? An ihrer Einstellung zum Beruf? Vielleicht setzen die Frauen von heute einfach andere Prioritäten, wie zum Beispiel Partnerschaft und Familie, und verzichten bereitwillig auf die Karriere.

Das "trendence Graduate Barometer 2011" zeigt, dass nur etwa 35 Prozent der Befragten IT-Studentinnen bereit sind, ihr Privatleben dem Beruf unterzuordnen. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie deshalb komplett auf eine Karriere verzichten. Schließlich sind fast die Hälfte (44.3 Prozent) der IT-Studentinnen der Meinung, dass sie Beruf und Privatleben auch in den Anfangsjahren gut in Einklang bringen können.

Frauen in der IT-Branche müssen sich durchboxen. Es wird ihnen schwerer gemacht, als vielen Männern - und das nicht nur im Hinblick auf die Familienplanung. Männer haben in einem männerdominierten Beruf meist die besseren Netzwerke und machen es den Frauen nicht immer leicht ihnen Konkurrenz zu machen. Das schreckt viele Frauen ab.

Oft sind es auch Hemmungen, die Frauen vor IT-Berufen zurückschrecken lassen Angst davor Fehler zu machen und damit Klischees zu bestätigen.

Aber was tut man also gegen derartige Missstände?

IT-Arbeitgeber werben um Frauen

Zum einen müssen die Firmen in der IT-Branche aktiv werden. Sie sollten Frauen bessere Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Unterstützung bei der Kinderbetreuung, aber auch so grundsätzliche Dinge wie Gleichheit beim Gehalt schaffen. Viele Firmen haben das bereits verstanden und sind auf den Zug aufgesprungen.

So hat zum Beispiel Deutschlands Top-Arbeitgeber IBM als eine von vielen Maßnahmen das sogenannte German Women's Leadership Council (GWLC) etabliert - ein Gremium, das sich speziell mit Frauenförderung und Chancengleichheit beschäftigt. Auch Google unterstützt nicht nur seine weiblichen Mitarbeiter, sondern bietet Stipendien für talentierte Studentinnen an.

Universitäten und Schulen locken mit besonderen Angeboten

Außerdem sollte Universitäten aktiv werden und bessere Lernbedingungen im IT-Bereich für Frauen schaffen und aktiver um sie werben. Einige Universitäten tun dies bereits mit Studiengängen speziell für Frauen oder indem sie in Schulen für ihre Studiengänge werben. Die Hochschule Bremen hat zum Beispiel den "Internationalen Frauenstudiengang für Informatik" geschaffen.

Schulen sollten mehr und mehr junge Mädchen intensiver an die IT-Branche heranführen, vielleicht mit speziellen Kursen. Außerdem sollte man bereits in der Schulzeit das Bild des Computer-Nerds zu überwinden versuchen. Aus diesem Grund wurde der "Girls' Day" ins Leben gerufen, bei dem Unternehmen, Google zum Beispiel, auf junge Mädchen zugehen und versuchen sie für die IT-Branche oder andere so genannte MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu interessieren.

Aber nicht zuletzt müssen auch Frauen selbst aktiv werden. Sie sollten Bereitschaft zeigen im Beruf Verantwortung zu übernehmen und etwas Pioniergeist beweisen. Das gilt nicht nur für die IT-Branche, aber besonders hier sollte "Frau" den Herausforderungen offen begegnen und sich nicht vom technischen Aspekt abschrecken lassen.

 

Egal ob Mann oder Frau, jeder kann sich im Beruf auch durch Lernbereitschaft und Engagement etablieren. deutschlands100.de stellt Ihnen hier ein paar Möglichkeiten zur Weiterbildung vor.

Stand 12/2011

Seite versendenSeite drucken