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Frauen in der Automobilbranche
von Meike Ringleb
Nach Angaben des „trendence Absolventenbarometers 2010 – Engineering Edition“ sind nur rund 10 Prozent der befragten Ingenieurstudenten, die sich für eine Karriere in der Automobilbranche interessieren, weiblich. Das ist keine Besonderheit, denn auch in der heutigen Zeit können sich nur sehr wenige Frauen für die Branche begeistern und in der Männerdomäne durchsetzen. Laut des IG Metall-Verbands lag 2008 der Frauenanteil in der Automobilbranche bei etwa 14 Prozent. Mit diesen Zahlen liegt die Automobilbranche erheblich unter dem Frauenanteil in anderen industriellen Branchen, wie der Elektroindustrie. Um dem steigenden Fachkräftemangel entgegenzutreten, müssen deshalb auch die Frauen für diese Branche und ganz allgemein für Ingenieurberufe sensibilisiert werden.
Außerdem zeigt sich insgesamt ein Trend hin zu mehr befristeten Beschäftigungsverhältnissen. In den letzten Jahren haben sie – laut der Ergebnisse des Mikrozensus des IG Metall-Verbands – um 21.000 Stellen zugenommen. Auffällig ist, dass besonders Frauen von diesen Befristungen betroffen sind.
Chancengleichheit im Bewerbungsprozess?
Die Studentinnen und Absolventinnen, die sich für die Automobilindustrie entschieden haben, gehen bei der Frage nach der erwarteten Dauer des Bewerbungsprozesses von durchschnittlich 4,6 Monaten aus. Damit liegen sie erheblich über den Einschätzungen ihrer männlichen Mitstreiter, die von 3,7 Monaten ausgehen. Auch die hohe Bewerbungsanzahl der Frauen lässt auf wenig Selbstvertrauen und das Wissen über die Ungleichberechtigung der Frauen schließen. So erwarten die befragten Ingenieurstudentinnen des „trendence Absolventenbarometers 2010“ rund 10 Bewerbungen mehr – durchschnittlich 31 Bewerbungen – verschicken zu müssen, bis sie die ersehnte Zusage erhalten.
Kürzere Verweildauer im ersten Job
Gleichzeitig wird deutlich, dass Männer von einer sehr langen Verweildauer im ersten Job ausgehen. Mit 7 Jahren liegen sie eindeutig über den Erwartungen und Vorstellungen der Frauen. Mit durchschnittlich 5,7 Jahren am ersten Arbeitsplatz sehen die weiblichen Befragten scheinbar ihre Aufstiegschancen geringer und suchen eher einen Unternehmenswechsel.
Chancengleichheit als Grund bei der Arbeitgeberwahl
Im „trendence Absolventenbarometer 2010“ wurden zudem Studierende mit der Affinität zur Automobilbranche zu ihren Gründen bei der Wahl des Arbeitgebers befragt.
Ihre Hauptauswahlfaktoren sind:
- Attraktivität der Arbeitsaufgaben
- Kollegialität
- persönliche Entwicklung
- Karriereperspektiven im Unternehmen
Beim Vergleich männlicher und weiblicher Befragter fällt auf, dass auf weiblicher Seite die Chancengleichheit zusätzlich eine große Rolle spielt. Sie sehen dieses Auswahlkriterium durchschnittlich direkt mit an fünfter Stelle auf der Faktorenskala, während Männer diesen Faktor nicht ausdrücklich als ausschlaggebend für die Arbeitgeberwahl sehen.
Am wenigsten werden die folgenden Auswahlfaktoren von Ingenieurinnen mit der Affinität zur Automobilbranche genannt:
- Standort
- Internationales Umfeld/Team
- Gesellschaftliche Verantwortungsübernahme
- Arbeitsmöglichkeiten im Ausland
Eine sichere Anstellung wird einem schnellen Aufstieg bevorzugt
Die beruflichen Zielvorstellungen der befragten Ingenieurstudierenden zeigen durchschnittlich, dass eine sichere Anstellung einem schnellen Aufstieg vorgezogen wird. Außerdem suchen Berufseinsteiger den direkten Einstieg ins Unternehmen und weniger Trainee-Programme als Karrieresprungbrett. Anstellungen mit einem langfristigen Verdienstpotential und einer strategischen Arbeitsweise sind zudem beliebter als ein hohes Einstiegsgehalt und eine operative Arbeitsweise.
Während die männlichen Befragten eindeutig Führungsaufgaben übernehmen wollen, sind sich die weiblichen Befragten unentschlossen, ob sie dagegen lieber die Verantwortung im Team teilen möchten. Außerdem bevorzugen Ingenieurinnen eine Spezialisierung im zukünftigen Aufgabengebiet und eine gute Work-Life-Balance gegenüber herausfordernden Arbeitsaufgaben.
(Stand: November 2010)
Weiterführend erfahren Sie hier u.a. welche Einstiegsgehälter angehende Ingenieurinnen im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern erwarten.
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