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Deloitte

Christoph Müller-Guntrum
CFO Services

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Time flies fast ...

15.03.2008

Dear All, inzwischen ist es schon eine ganze Weile her seit meinem vorherigen Blog-Eintrag. Da es in der Endphase meines Praktikums sehr viel zu tun gab, blieb leider wenig Zeit, einen neuen Eintrag zu verfassen. Wie auch immer, dies ändert sich ja jetzt ;-)

Mein Praktikum bei Deloitte Consulting in Tokio ist also inzwischen beendet und mein Fazit so ziemlich in jeder Hinsicht äußerst positiv. Insbesondere in die Wirkweise mitunter sehr komplexer Projektarbeit und deren Koordination habe ich Einblicke erhalten, wie sie mir zuvor nicht möglich gewesen war. Highlight war dabei die Ausarbeitung des Business Plans für den ‚German Desk Japan‘ und insbesondere zu sehen, wie das Projekt jeden Tag mehr Gestalt annahm. Am besten gefallen haben mir definitiv die sehr kollegiale und offene Unternehmenskultur, welche aufgrund diverser Karaokeabende etc. weit über die reine Projektarbeit hinaus ging.

Auch die Arbeit mit den Japanern, sowohl den Beraterkollegen als auch auf Kundenseite war unglaublich spannend und hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen, die eigene Perspektive immer wieder herauszufordern. Die Business-Kultur in Japan ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und selbst wenn stellenweise alles etwas mühsam erscheint, so gibt es doch zahlreiche Aspekte, die mich sehr beeindruckt haben. Insgesamt sind das Geschäftsleben und die damit verbundenen Entscheidungen in Japan alle sehr stark konsensorientiert, die Zustimmung des gesamten Teams ist das Hauptziel bei vielen Meetings. Gegenseitiger Respekt und Höflichkeit sind dabei von zentraler Bedeutung, was den Japanern oft als Distanziertheit ausgelegt werden – m. E. zu Unrecht. Bei eventuellen Unstimmigkeiten wird Vieles nach dem Senioritätsprinzip entschieden, welches in Japan sehr ausgeprägt ist.

Folgenden lustigen Artikel zum potentiellen „Clash of Cultures“ mit Deutschland fand ich vor einiger Zeit im Handelsblatt, den ich euch nicht vorenthalten will (es geht um die Warnung ausländischer Besucher vor dem deutschen Karneval):

[…]“ dass wir natürlich einen großen Anteil an internationalen Gästen haben, die mit dem Karneval möglicherweise gar nichts anfangen können“, sagte Lufthansa-Sprecher Frank Püttmann am Mittwoch in Köln. Bekannt sei der Fall eines japanischen Fluggastes, dem schon kurz nach der Ankunft von einer karnevalistischen Reisegruppe die Krawatte abgeschnitten worden sei. „Dieser Fluggast hat sich sofort wieder für den Rückflug nach Japan eingecheckt“, sagte Püttmann.
(Quelle: http://www.handelsblatt.com/News/Journal/Business-Travel-Reise/_pv/_p/202790/_t/ft/_b/1384384/default.aspx/lufthansa-warnt-passagiere-vor-karneval.html)

Alles in allem schaue ich nun auf ein geniales Praktikum bei Deloitte zurück, welches mich in vielerlei Hinsicht sehr viel weitergebracht hat. Sollte irgendjemand von euch diesbezüglich irgendwelche Fragen an mich haben, freue ich mich über eine E-Mail.

In diesem Sinne beste Grüße und Sayonara,
Christoph

Big in Japan - Praktikum mit Deloitte Consulting in Tokio

19.12.2007

„Könnten Sie sich auch vorstellen, unser Team in Japan zu unterstützen?“ Ich glaube, ich kenne kaum eine Person, die im Rahmen eines Beratungs-praktikums auf diese Frage nicht enthusiastisch mit ‚ja’ geantwortet hätte. Bei mir selbst war dies nicht anders, und so ging es kurze Zeit später (Anfang November 2007) auf ein dreimonatiges Praktikum bei Deloitte Consulting in Tokio, über das es sich sicher zu berichten lohnt! Vorab jedoch ein paar kurze Infos zu mir selbst.

Über mich

Ich bin 25 Jahre alt, stehe am Ende meines BWL-Studiums an der Uni-versität St. Gallen (HSG) und damit unmittelbar vor dem Einstieg in die Berufswelt. Das Thema ‚Unternehmensberatung’ hatte mich schon seit längerem interessiert, und ich wollte noch einmal die Gelegenheit wahr-nehmen, im Rahmen eines Praktikums herauszufinden, ob mir diese Tätigkeit tatsächlich liegt. Beim Besuch mehrerer Recruiting-Messen sowie durch Diskussionen mit Freunden hatte ich bereits einige sehr positive Eindrücke von Deloitte Consulting gesammelt. Neben der Positionierung der Beratung war letztlich vor allem der persönliche Eindruck einer sehr angenehmen und offenen Unternehmenskultur entscheidend, mich für mein Beratungspraktikum dort zu bewerben.

Work …

Deloitte Consulting stellt in Deutschland eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Deloitte & Touche GmbH dar. Mein Praktikum ist dabei in der Service Line ‚CFO Services’ angesiedelt, die sich im Wesentlichen mit Finanz- und Controllingthemen beschäftigt. Der Kunde unseres Projektes ist ein großes Industrieunternehmen, welches seit Jahren einige fundamentale Veränderungen in seiner Finanzorganisation durchläuft.

Dabei ist die Bezeichnung ‚CFO Services’ für meinen Bereich durchaus wörtlich zu verstehen: Eine meiner beiden derzeitigen Aufgaben besteht aus einem Projektergebnis, dass unmittelbar dem CFO des Kunden präsentiert wird. Hauptaufgabe ist hier die Konzeption eines Shared Service Centers im Bereich Bonitätsrating der Kunden des Unternehmens. Dies umfasst neben Market-Sizing und Prozessanalyse vor allem auch die Ressourcenplanung, was analytisch mitunter sehr anspruchsvoll ist.

Bei meiner zweiten Aufgabe arbeite ich an einem Konzept für das Business Development von Deloitte Consulting in Japan. Aufgrund der in der Ver-gangenheit sehr erfolgreichen Zusammenarbeit der deutschen und japa-nischen Consultants soll künftig eine Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in Japan entstehen, welche Beratungsleistung in genau dieser Konstellation anbietet. Dieser ‚German Desk Japan’ soll Anfang bis Mitte nächsten Jahres offiziell an den Start gehen, was bereits jetzt einiges an Vorbereitung braucht. Insbesondere der unternehmerische Charakter der Aufgaben macht dieses Projekt dabei sehr spannend.

… and Play

Soviel einmal vorneweg: In Japan, speziell natürlich in Tokio, ist es beinahe unmöglich, Langeweile aufkommen zu lassen. Angefangen von der reichen Kultur Japans, der einzigartigen japanischen Küche bis hin zum Nightlife in Tokio bin ich rundum begeistert. Die Dinge, welche mir hier am besten gefallen, sind dabei teilweise recht subtil. Vor allem die Freundlichkeit und enorme Hilfsbereitschaft der Japaner im Alltag haben mich wirklich be-eindruckt. Vielerorts gilt Japan als eine etwas distanzierte Gesellschaft, was in einigen Bereichen auch definitiv zutrifft. Dem gegenüber steht jedoch eine sehr große Neugier und Aufgeschlossenheit gegenüber Ausländern, die mich in diesem Maße wirklich überrascht hat. Zwar sprechen viele Locals nur wenige, sehr grundlegende Sätze auf Englisch, geben sich aber unglaublich Mühe, so dass es mit der Verständigung letztlich recht gut klappt.

Was kann man also in seiner freien Zeit in Tokio anstellen? Neben vielen, sehr faszinierenden kulturellen Sehenswürdigkeiten ist zunächst einmal die extensive Club- und Barlandschaft der Stadt zu nennen (siehe z. B. www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,459848,00.html). Aber auch jede Menge exzellenter Restaurants, bei denen es teilw. nach oben hin keine Preisgrenze gibt (z.B. ein zartes Kobe-Steak für schlappe 200 US-$) er-freuen sich großer Beliebtheit. Und wo sonst bekommt man schon einmal ein sieben-gängiges Kugelfisch-Menu direkt am Tisch zubereitet? Mehr zu diesen Themen jedoch im nächsten Eintrag.

Fazit bis jetzt

Bis jetzt hat das Praktikum meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern in vielerlei Hinsicht übertroffen. Neben dem eigentlichen Projektinhalt ist vor allem die Teamkonstellation sehr spannend: In einem deutsch-japanischen Beraterteam einen japanischen Kunden zu unterstützen bringt sehr viele Lerneffekte mit sich, die über den fachlichen Bereich weit hinausgehen. Dabei bekommt man vom Deloitte-Team einiges an Unterstützung: Neben einem persönlichen Counselor, einem 3-tägigen Kick-off Training zu Beginn sowie diversen Möglichkeiten zur Weiterbildung hatte ich bisher immer das Gefühl, als Praktikant durchweg als Asset angesehen zu werden, in das auch investiert wird.

In meinem nächsten Blog-Eintrag werde ich mehr zur Zusammenarbeit mit den japanischen Kollegen sowie den Highlights aus der Weihnachtszeit, welche ich nutzen werde, um Japan außerhalb des Großraums Tokio besser kennen zu lernen.

Bis dahin mit den besten Grüssen,
Christoph

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